Deprimierte Kühe

Aktivist: „Deine Kuh sieht deprimiert aus.“

Bauer: „Sie kaut.“

Aktivist: „Ihre Augen sehen traurig aus.“

Bauer: „Kuh-Augen haben keine Augenbrauen. Der herabhängende Blick ist strukturell bedingt. Die Traurigkeit ist in deinem Kopf.“

Aktivist: „Sie interagiert nicht mit den anderen.“

Bauer: „Sie ist zwölf Fuß von ihrer besten Freundin von neun Jahren entfernt. Sie wechseln sich ab beim Hinlegen. Die Stehende hält Wache. Du bist während ihrer Schicht gekommen.“

Aktivist: „Sie ist nicht weggelaufen, als ich mich genähert habe.“

Bauer: „Rennen ist für Raubtiere. Du bist ein Mensch mit einem Notizbuch. Sie hat dich korrekt eingestuft.“

Aktivist: „Sie wirkt einfach so resigniert.“

Bauer: „Sie verdaut. Resignation erfordert ein Gefühl unerfüllter Ambitionen. Die Ambition der Kuh heute Nachmittag war es, dieses Grasbüschel zu fressen. Sie hat es getan. Nach allen Maßstäben, die ihr zur Verfügung stehen, hat sie einen triumphalen Dienstag.“

Aktivist: „Aber ich spüre es.“

Bauer: „Du spürst, was in deinem eigenen Kopf ist. Die Kuh ist nicht dort. Die Kuh ist hier, auf ihrer Seite, voll mit Gras. Projiziere woanders hin.“

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